Wie die Idee zur Weinmafia entstand

Zunächst einmal gilt es festzustellen, dass die unten beschriebenen Ansichten ganz persönliche Eindrücke darstellen und eventuell aus meiner Position heraus etwas einseitig, ja fast populistisch, erscheinen mögen. Aber dies ist nicht der Vater des Gedanken, denn es ist einfach mein Wunsch, durch diese Zeilen meine ganz persönlichen Gedanken zu teilen, die mich auf die Weinmafia-Idee gebracht haben. Lest‘ selbst, hinterfragt, und bildet Euch Euer eigenes Urteil.

Die Idee zur Weinmafia entstand nicht über Nacht, sondern ist das Ergebnis eines Prozesses. Ich selbst komme aus einer Familie mit einem kleinen Weingut an der Saar, das seit ein paar Generationen im Familienbesitz ist. Seit Jahren beobachte ich, wie es Jahr für Jahr schwerer wurde, profitabel zu bleiben. Steigende Kosten, bei sinkendem Absatz. Ich fragte mich oft, warum dies so ist und ob ich selbst etwas dagegen tun kann.

Ich höre wie Großeinkäufer absurd geringe Preise pro Liter für wirklich guten Wein anbieten oder Weingüter im Umland von finanzstarken Großunternehmen gestützt werden. Da können „die Kleinen“ oft nicht mehr so mithalten, da sie nicht über die finanziellen Mittel für große Marketing-Coups verfügen oder schlichtweg zu klein sind.

Auch das Verbraucherverhalten spielt eine große Rolle. Haben vor 30-40 Jahren die Kunden unseres Weinguts noch 400 Flaschen im Jahr gekauft, so möchte der Konsument heute lieber verschiedene Weine probieren und die Vielfalt genießen. Dies ist auch gut so, da es wirklich tolle Weine zu entdecken gilt. Für kleine Weingüter ist dies dennoch eine Herausforderung.

Zudem ist es ja auch toll, Weine aus Chile, Südafrika und Neuseeland zu probieren und diese dann auch oft deutlich preiswerter als einheimischen Wein erwerben zu können. Obwohl man sich in Zeiten des Klimawandels wirklich fragen muss, ob es vom ökologischen Fußabdruck her gesehen so sinnvoll ist.

Aber mehr noch wunderte mich seit vielen Jahren, dass in anderen Ländern, wie beispielweise Ungarn, ein deutlich größerer Hype um die eigenen Weine gemacht wird als Hierzulande. So findet man eigentlich überhaupt keine nicht-ungarischen Weine auf den Speisekarten von Restaurants und auch in Supermärkten bietet sich ein ähnliches Bild. Es entstehen Weinbars, die ausschließlich ungarischen Wein anbieten und Nacht für Nacht vollkommen überfüllt sind. Und wie ist dies in Deutschland? Ich gebe zu, es hat sich schon verbessert in den vergangenen Jahren, aber wir sind noch lange nicht dort, wo wir sein sollten.

Ich glaube einfach daran, dass wir es besser können und auch tun sollten. Es gibt wunderbare Weine und tolle Winzer in unserem Land, die ins Rampenlicht gehören.

So führten diese Eindrücke der letzten Jahre zu dem Wunsch, etwas zu schaffen, dass den Status Quo ändert. Ich höre aus den USA von nakedwines.com oder empathywines.com, die zum Konzept haben, kleine Winzer nach vorne zu bringen. Und da kam mir die Idee zur Weinmafia. Ich wollte eine Plattform schaffen bei der:

  • kleine, unabhängige Weingüter repräsentiert werden
  • die Winzer fair und schnell bezahlt werden
  • die Winzer sich auf den Kern ihrer Arbeit, den Wein machen, fokussieren können und finanzielle Sicherheit gewinnen
  • die Kunden tolle, individuelle, lokale Weine bekommen
  • die Weinvielfalt & -kultur Deutschlands etwas miterhalten werden kann.

Das Resultat all dieser Gedanken und Ideen ist die Seite, die Ihr heute besucht, die weinmafia.com.

In den kommenden Wochen möchte ich vor allem 2 Dinge tun:

  • Euch dazu inspirieren, ein Teil der Idee zu werden und zunächst Euer Interesse zu bekunden. Dazu meldet euch einfach erst einmal beim Newsletter an: https://weinmafia.com/sippe/
  • kleine Weingüter animieren ebenfalls ein Teil des Projektes zu werden

Wenn diese beiden Schritte voranschreiten und erfolgreich sind, werden wir die Weinmafia starten… Seit dabei…

Bis dahin, Euer Matthias